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Die wichtige Rolle des ph-Wertes
Die Zellen und die Organe, die unseren Körper bilden, können nur richtig funktionieren, wenn ihre Umgebung über
ganz bestimmte Eigenschaften verfügt. Es gibt für sie ein ideales Körpermilieu. Dieses wird durch die
organischen Flüssigkeiten, das Blut, die Lymphe und das Zellserum, gebildet, welche für sich allein 70 % unseres
Körpergewichtes ausmachen. Diese Flüssigkeiten sind für die Zellen das, was die Erde für die Pflanzen
bedeutet: Von der Zusammensetzung der Körpersäfte hängt es ab, ob die Zellen richtig funktionieren können.
Dies bedeutet, daß jede Abweichung vom idealen Körpermilieu den Organismus vom Zustand der Gesundheit entfernt. Und
je größer die Abweichungen sind, um so ernsthafter die Beschwerden oder Krankheiten. Der Säuregrad, das heisst
der pH-Wert des Körpermilieus spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit. Denn die lebensnotwendigen
Abläufe vollziehen sich nur in einer Umgebung mit einem ganz bestimmten pH-Wert, welcher für die Tätigkeit der
Enzyme nötig ist. Dieser pH-Wert verändert sich von einem Teil des Organismus zu einem andern.
Darin liegt die ganze Wichtigkeit des pH-Wertes für das gute Funktionieren des Körpers. Die Enzyme, die gewissermassen
die Arbeiter des Organismus bilden, weil sie alle notwendigen Tätigkeiten im Körper (innerhalb und außerhalb der
Zellen) vollziehen, können nicht mehr wirken, wenn der pH-Wert von seinem Sollzustand abweicht. Die Verlangsamung oder gar
Unterbrechung der Enzym-Tätigkeit kann die Quelle zahlreicher organischen Störungen sein.
Verteidigung gegen den Säureüberschuß
Um sich gegen den Überschuß an Säuren zu wehren, verfügt der Körper über ein
Puffersystem. Dies erlaubt ihm, dem Schock einer unmäßigen Zufuhr von Säuren zu begegnen ohne dabei
sein Gleichgewicht zu verlieren. Dieses Abwehrsystem funktioniert auf ganz einfache Weise. Es besteht darin, daß jede
Säure neutralisiert wird, indem sie sich einer Base verbindet, also einer Substanz, die entgegengesetzte Eigenschaften
aufweist. Dadurch entsteht ein neutrales Salz, und die Schädlichkeit der Säure ist aufgehoben.
1 Säure + 1 Base = 1 neutrales Salz
Die basischen Mineralstoffe, die zum Puffern der überschüssigen Säuren benutzt werden, sind keine
Mineralstoffe, die zu diesem Zweck in besonderen Reserven aufbewahrt werden. Die Basen kommen aus den Körpergeweben! So
werden bei saurem Milieu den organischen Geweben beständig Mineralstoffe entnommen. Je größer der
Einfall der Säuren ist, um so mehr Basen muß der Körper aufwenden. Dieser Raub an basischen
Mineralstoffen kann natürlich nicht lange andauern, ohne daß der Körper durch Entmineralisierung erkrankt.
Übersäuerung verursacht Krankheiten
Zusätzlich zu der schädlichen Wirkung hinsichtlich der Enzymtätigkeit beeinträchtigt
ein Säure-Überschuß unseren Körper also auch durch die Entmineralisierung und durch Beschädigung der
Gewebe.
Nehmen wir zwei Beispiele:
Nervosität, chronische Müdigkeit und Erschöpfung: Man kennt heute die wesentliche Rolle des Kalziums,
Magnesiums, usw. für die Übertragung der Nervenimpulse und das gute Funktionieren des Nervensystems. Nun sind diese
Mineralstoffe aber basische Substanzen, die der Organismus bei Bedarf verwendet, um überschüssige Säuren zu
neutralisieren. Im Falle einer Übersäuerung wird das Nervensystem also der notwendigen basischen Mineralstoffe beraubt.
Die erste Folge: Die nervliche Spannkraft vermindert sich; der Betroffene ist schnell müde, nervös, und es mangelt ihm
an Schwung. Dann, gereizt durch die Säuren, verlieren die Nerven ihre Widerstandskraft gegen Streß. Sie werden
überempfindlich. Dies führt zu sehr starker Nervosität, der Betroffene wirkt gehetzt und ist ängstlich. Er
schrickt auf bei starkem Lärm, ärgert sich schnell und gerät aus heiterem Himmel in Wut. Außerdem
schläft er schlecht. Die Reizung der Nervenstränge löst Nervenentzündungen und Neuralgien aus. Auch das
Schmerzempfinden bei Stößen ist stark erhöht. Das Nervensystem kann so weit geschwächt werden, daß
der Übersäuerte in einen echten Erschöpfungzustand sinkt - der jedoch bei einer Korrektur des
übersäuerten Körpermilieus wieder verschwindet. Rheuma, Arthrose, Ischias, Diskushernie: Die
Übersäuerung ist verantwortlich für einen großen Teil der Gelenkbeschwerden, entweder als einzige Ursache
oder gemeinsam mit anderen Faktoren. Um gegen die mit Säuren gesättigten organischen Flüssigkeiten
anzukämpfen, in denen die Knochen innerlich und äusserlich baden, geben diese von ihren basischen Mineralstoffen ab.
Dies wirkt sich für den Organismus allgemein wohltuend aus; lokal zieht diese Entmineralisierung jedoch vielfältige,
oft verheerende Beschwerden nach sich: Die Knochen werden porös und brüchig und verlieren ihre Widerstandskraft. Der
bei älteren Personen so oft vorkommende Oberschenkelhalsbruch erklärt sich so. Auch die Schwierigkeit, daß
Knochenbrüche schlecht vernarben. Die Gelenkoberflächen werden durch die Säuren einerseits angegriffen und
andererseits durch die neutralen Salze, die sich darin ansammeln, gehemmt. Sie werden verletzt, entzünden und infizieren
sich. Die Folgeerscheinung: Rheumatismus. Auch die Zwischenwirbelscheiben können entkalken und ihre Elastizität
verliegen; die Wirbel werden nicht mehr richtig gehalten. Sie rutschen (Diskushernie), klemmen die Nerven ein (Ischias) oder
setzen und verschmelzen sich.
Woher kommen die Säuren?
Die hauptsächliche Quelle ist die Ernährung. Vereinfacht gesagt, sind säurebildende
Nahrungsmittel Fleisch, Fisch, Getreide, Käse sowie alle Getränke und Nahrungsmittel, die raffinierten Zucker
enthalten. Wie man sieht, sind dies die Nahrungsmittel, die den Hauptteil unserer modernen Ernährungsweise ausmachen.
Und man sollte bzw. könnte sie - außer dem raffinierten Zucker - auch gar nicht vollständig vom Speisezettel
streichen, da es sich ja um Grundnahrungsmittel handelt, um unsere Hauptlieferanten an Proteinen und Brennstoff
(Kohlenhydraten).
Basische Nahrungsmittel sind Gemüse, Kartoffeln, Mandeln, Bananen und Trockenobst. Diese Nahrungsmittel stuft man heute
meist als zweitrangig ein. Fleisch, ein Nudelgericht und ein süßer Nachtisch stellen den Hauptteil einer
traditionellen Mahlzeit dar, während Gemüse meist nur nebenbei vorhanden sind, als Dekoration. Die Säure kann man
bei gewissen Nahrungsmitteln direkt an ihrem Geschmack erkennen. Beispielsweise bei der Zitrone, bei Rhabarber oder Essig. Bei
den meisten säurebildenden Nahrungmitteln ist dies jedoch nicht der Fall. Der saure Charakter zeigt sich erst nach dem
Essen, im Laufe des Verdauungsstoffwechsels. Zum Beispiel ist der weiße Zucker, der verwendet wird, um saure Früchte
zu süßen, selbst stark säurebildend.
Neben den ernährungsbedingten Ursachen der Übersäuerung müssen noch der Mangel an Bewegung und Oxydierung
der Zellen durch zu wenig Sauerstoff, eine ungenügende Ausscheidung der Säuren durch die Nieren sowie der Streß
erwähnt werden.
Was tun gegen Ubersäuerung?
Der Hauptpfeiler der Behandlung eines übersäuerten Organismus besteht darin, die
Ernährungsweise so umzustellen, daß die basischen Nahrungsmittel gegenüber den säurebildenden
mengenmässig mindestens die Hälfte oder besser noch mehr ausmachen. So werden bei einer sinnvollen
Ernährungsumstellung die Gemüse in sehr viel größeren Mengen zugeführt, in Form von grünen
Salaten, Rohkost, Gekochtem, Gebackenem, Suppen, Säften, usw.
Diese einfache Umstellung der Ernährung genügt schon, um viele Gesundheitsprobleme zu bessern oder gar zu heilen.
Gleichzeitig müssen die säurebildenden Nahrungsmittel, je nach Ernsthaftigkeit der Beschwerden, mehr oder weniger
vermindert werden. Fleisch und Fisch sollen höchstens einmal täglich oder gar nur noch alle zwei bis drei Tage
genossen werden. Bei zwei von drei Mahlzeiten nimmt man statt Getreide Kartoffeln und Gemüse. Der raffinierte Zucker wird
durch Vollrohrohrzucker ersetzt; die Süssigkeiten durch Trockenobst; industrielle Limonaden durch Wasser,
Gemüsesäfte, Kräutertees oder Milch usw
In ernsteren Fällen von Übersäuerung - und je nach Ausmaß des gestörten Gleichgewichtes - müssen
zusätzlich Mineralstoffpräparate, bestehend aus basischen Mineralinen (Kalzium, Magnesium, Kalium
), eingenommen
werden. Zur Vervollständigung der Behandlung können noch harntreibende Heilpflanzen zugeführt werden. Auch ist
angezeigt, das Schwitzen zu fördern und für genügend Bewegung, Sauerstoffzufuhr und Entspannung zu sorgen.
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